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Präsidium der Limburger Diözesanversammlung äußert sich besorgt zu römischer Instruktion
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Die Instruktion der römischen Kleruskongregation sorgt auch im Bistum Limburg für Diskussionen. © pixabay.com

Das Präsidium der Diözesanversammlung des Bistums Limburg hat sich besorgt zu der im Juli veröffentlichten Instruktion „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ der römischen Kleruskongregation geäußert. In einer Erklärung vom Montag, 24. August, kritisierte die gewählte Vertretung der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Limburg, dass die Instruktion einseitig fixiert sei: „Problematisch erscheint uns eine Fixierung der Instruktion auf die Rolle des Pfarrers, die der Entwicklung der Kirche in Deutschland in Umsetzung des II. Vatikanischen Konzils nicht gerecht wird. Eine Pfarrei mit mehr als 20.000 Gläubigen ist auch von einem erfahrenen Priester nicht im Alleingang zu leiten.“ Das Präsidium unterstützte ausdrücklich, dass Laien Tätigkeiten und Leitungsaufgaben innerhalb der Pfarreien übernähmen. Zudem habe sich die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in Gremien wie den Vermögensverwaltungsrat oder den Pfarrgemeinderat bewährt. „Dieser gemeinsame Weg ist ein Erfolgsmodell, wenn Amtsträger und Mandatsträger den ehrlichen Willen zur Zusammenarbeit zum Wohl der Pfarrei in den Vordergrund stellen.“

Zugänge zum Priesteramt öffnen

Zugleich forderten die Autoren eine Öffnung der Zugänge zum Priesteramt: „Wenn die Leitung im Sinne der Letztverantwortung für eine Pfarrei, wie im II. Vatikanischen Konzil festgestellt, aus theologischen Gründen ausschließlich einem Pfarrer übertragen werden kann, bedarf es erweiterter Zugänge zum Priesteramt. Grund dafür ist nicht nur der Mangel geeigneter Priester für die Aufgabe als Pfarrer, sondern der Ausschluss von geistbegabten Menschen vom Weihesakrament.“

In der Erklärung sicherte das Präsidium zu, weiter nach neuen Wegen der Glaubensverkündigung suchen zu wollen. „Im Bistum Limburg gehen wir diesen Weg in vielfältigen Initiativen, z. B. in der Kirchenentwicklung, in der Pilgerstelle des Bistums Limburg oder in der Verbindung von Kultur und Glauben. Ein herausgehobenes Ereignis auf dieser Suche wird der Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt sein“, heißt es in dem Schreiben. Auch mit Blick auf das Erproben von Modellen von Gemeindeleitungsmodellen wolle die Diözesanversammlung intensiv beraten und weitere Denkanstöße geben.

Bätzing reist für Gespräch nach Rom

Am Montag, 24. August, hatte sich auch der Ständige Rat der Bischofskonferenz in Würzburg mit der Instruktion beschäftigt. Der Rat unterstrich dabei, dass das Dokument eine hohe Relevanz für die Arbeit in den Pfarreien sowie die diözesanen Strukturprozessen besitze. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, werde zu einem Gespräch mit dem Präfekten der Kleruskongegration, Kardinal Beniamino Stella, nach Rom reisen.

Die Diözesanversammlung des Bistums Limburg ist die gewählte Vertretung der Katholikinnen und Katholiken des Bistums Limburg. Die Mitglieder beschäftigen sich mit Entwicklungen im kirchlichen, gesellschaftlichen und staatlichen Leben, geben Anregungen für das Leben der Katholikinnen und Katholiken in Kirche und Gesellschaft und beraten den Bischof sowie diözesane Gremien.

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    Die Erklärung des Präsidiums der Diözesanversammlung im Wortlaut