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Hoffnung in dunklen Zeiten

Hoffnung in dunklen Zeiten
Hoffnung in dunklen Zeiten
© Rapidmail

Liebe Leserinnen und Leser,

ein turbulentes Jahr geht dem Ende zu und die Freude über das Geschehene hält sich in Grenzen.

Corona hält uns alle in Atem – oder nimmt ihn uns und nimmt uns vieles, was uns bisher Freude gemacht hat. Dies gilt für die Kirche und „die Welt“ gleichermaßen. Kommunion- und Firmgottesdienste haben nur sehr eingeschränkt stattfinden können und das gemeinsame Essen in den Gaststätten wird uns absehbar noch länger fehlen – wie auch der Besuch von Chorkonzerten.

In diesen Zeiten gilt es nun, durchzuhalten und auf Gott zu vertrauen. Dabei ist es offenkundig nicht so, dass Gott durch ein spontanes Eingreifen alles zum Guten wendet – eine Erfahrung, die Christen schon vor uns gemacht haben. Man mag aber im Vorankommen einer Mainzer Firma, die den ersehnten Impfstoff greifbar erscheinen lässt eine helfende Hand des guten Gottes erkennen – oder den Nutzen einer forschungs- und integrationsfreundlichen Politik. Die Kraft, die aus dem Gebet erwächst, ist jedenfalls in den seltensten Fällen so handgreiflich wie die Erfindung eines Impfstoffs.

Die Krise fordert also zu allererst Kreativität im Umgang. Wenn ich mir und Ihnen schon vor einem halben Jahr viel Kreativität gewünscht habe, dann sehe ich mich einerseits bestätigt, andererseits musss man auch hinnehmen, dass die Möglichkeiten in diesen Zeiten sehr begrenzt sind. Da mag es Hoffnung spenden, wenn Christen Martinslaternen in ihre Fenster hängen oder man an Weihnachten anstatt der Krippenfeier im Stadtteil quasi museal ausgestattete Orte aufsucht, an denen Szenen der Weihnachtsgeschichte dargestellt sind, ein vollwertiger Ersatz für ein traditionelles Fest ist es aber kaum. Und dennoch sind solche „Events“ auch Zeichen unserer Hoffnung und unseres Durchhaltevermögens, wie es Menschen in Krisenzeiten hier und anderswo immer wieder gezeigt haben. Das englische „keep calm and carry on“  - also Ruhe bewahren und weitermachen – kommt nicht von ungefähr und hilft in schwierigen Zeiten. Es gibt ja auch keinen Grund, sich das Leben selbst zur Hölle zu machen, wenn die Dinge sowieso im Argen liegen.

Es bleibt zu hoffen, dass es uns gelingt, auch denen, die noch keine Hoffnung haben, Hoffnung zu geben. Ich denke hier gerade auch an die, die uns sonst mit Musik und Tanz und Schauspiel so viel  Freude bereiten, einen Weg aufzuzeigen, wie es für sie nach den Einschränkungen weitergeht, ohne dann wieder bei Null anfangen zu müssen. Die Frankfurter Kirche will einen kleinen Beitrag dazu leisten, indem sie Musiker fördert und in ihre Gottesdienste einlädt.

Zuletzt bleibt der Ausblick: Werden wir im Mai 2021 einen Ökumenischen Kirchentag feiern können? Die Not, sich des (gemeinsamen) Glaubens zu vergewissern ist da, die Rahmenbedingungen sind aber nicht absehbar. Ich wünsche den an der Planung Beteiligten den Mut, die Entscheidung nicht zu früh zu treffen und bei allen Kosten dieses Zeichen der Hoffnung am Leuchten zu halten. In Anbetracht der horrenden Krisenkosten könnte dies ein Projekt sein, das keinen finanziellen Unterschied mehr macht, aber einen Unterschied in der Hoffnung, wenn es gelingt.  

Ich wünsche Ihnen für die dunkle Jahreszeit Licht, Gesundheit und Gottes Segen, Ihr
Andreas Feldmar
Vizepräsident der Diözesanversammlung

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